Biographie
Paolo Belloni
Livorno – Italien
Aufgrund seiner Arbeit ist er viel auf Reisen und hat daher in seinen wenigen freien Minuten die Gelegenheit, Fotos zu machen, um die Schönheit oder Besonderheit der Orte, die er besucht, festzuhalten. Nach einem kurzen Ausflug als Junge hat er erst vor kurzem wieder mit dem Fotografieren begonnen und dies bietet ihm die Möglichkeit, die Wirklichkeit aufmerksam zu beobachten und ihre Einzelheiten festzuhalten, insbesondere jene, die die meisten Menschen nicht sehen oder unterschätzen. Für ihn ist die Fotografie ein wirkungsvolles Mittel zur Meditation und deshalb fotografiert er am liebsten manuell, ohne Autofokus, also mit einem fast analogen Ansatz. Er mag alle Stile, bevorzugt aber Straßen- und Landschaftsmalerei, insbesondere die Bassa Parmense Emiliana, und er liebt Symmetrien. Er hofft, dass seine Aufnahmen nicht nur gefallen, sondern auch Emotionen vermitteln können, die zum Nachdenken anregen.
Das Projekt
Die Herausforderung der Identität.
Ziel des Fotoprojekts ist es, Frauen in einem Land wie der Türkei darzustellen, das sich auf halbem Weg zwischen Modernisierung und starkem Respekt für Traditionen befindet. Es muss gesagt werden, dass es keinen „Typ“ türkischer Frau gibt; Davon gibt es mehrere. Offensichtlich gibt es emanzipiertere und unabhängigere Frauen, die in Istanbul oder Izmir viel stärker vertreten sind als im äußersten Südosten des Landes. In Istanbul trifft man häufig verschleierte Frauen aus der gleichen Familie, die mit ihren Töchtern oder Freundinnen in Jeans und Turnschuhen spazieren gehen. Man kann auch Frauen treffen, die vollständig verschleiert sind und eine Burka oder einen Niqab tragen. Die Türkei ist ein wundervolles und sehr komplexes Land, Verallgemeinerungen sind daher nicht angebracht. Tatsächlich sieht man in der Türkei häufig Gruppen von Mädchen zusammen spazieren gehen. Manche tragen Miniröcke und High Heels, andere sind sportlich oder leger gekleidet und wieder andere tragen Kopftücher. Diese Vision einer freien und emanzipierten Frau ist in Istanbul und anderen Städten der Türkei trotz des jüngsten Islamisierungsprozesses des Landes, der in den letzten Jahren noch deutlicher zutage trat, sehr präsent. Denken wir daran, dass Frauen der Grundstein jeder Gesellschaft sind. Der Respekt vor ihrer Identität macht ein Land gesund.
